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Ginja ist ein süßer Kirschlikör, der seinen Ursprung in Lissabon hat – genauer gesagt in der kleinen Bar „A Ginjinha".
In der winzigen Bar finden Sie zwar keine Sitzplätze, dennoch sollten Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, diesen wunderbar kräftigen und süßen Likör zu probieren.
Das alkoholische Getränk wird aus „Aguardente" (einem hochprozentigen Destillat) hergestellt, in dem Ginja-Kirschen (Sauerkirschen) eingelegt und mit reichlich Zucker verfeinert werden. Den Ginja genießt man pur oder mit den in Alkohol eingelegten Kirschen.
Ein Glas Ginja lässt einen den Alltag für einen Moment vergessen...
Die Portugiesen schätzen diesen Likör außerordentlich. In der Generation der Großeltern gilt er als Allheilmittel für die verschiedensten Beschwerden. Die jüngeren Generationen haben diese Vorliebe für das Getränk übernommen.
Die Bar „A Ginjinha" öffnete erstmals 1840 ihre Türen und wird seit fünf Generationen von derselben Familie geführt. Für einen authentischen Einblick in das portugiesische Leben werden Sie kaum einen besseren Ort finden.
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Die Bar „A Ginjinha" am Morgen...
...und zur Mittagszeit
Die Bar „A Ginjinha", auch bekannt als „Ginjinha Espinheira" (nach ihrem Besitzer), befindet sich inmitten einer Geschäftsreihe unweit der Rossio-Plaza. Sie können sie nicht verfehlen, da sich zu jeder Tageszeit eine muntere Menschenmenge davor versammelt – sowohl einheimische Stammgäste als auch Touristen. Die Bar ist äußerst klein und kommt ohne Sitzgelegenheiten aus.
Ein Glas Ginja kostet 1,55 €. Auch wenn Sie dadurch vielleicht nicht von allen Leiden geheilt werden, ist ein Glas dennoch eine reizvolle Erfrischung zwischendurch!
Sie haben die Wahl zwischen zwei Varianten: „com" oder „sem" – mit oder ohne Kirschen. Da die Sauerkirschen im Likör eingelegt werden, verleihen sie dem Getränk eine besondere Note.
Die kleine Bar Ginjinha Espinheira ist vom Moment der Öffnung an gut besucht. Daran ändert sich den ganzen Tag über nichts, bis am Abend auch der letzte Gast seinen Heimweg antritt. Die Bar erfreut sich gleichermaßen bei Einheimischen und Touristen großer Beliebtheit. Ginja ist übrigens die Kurzform von Ginjinha.
Hier gibt es nur eine Spezialität: A Ginjinha
Francisco Espinheira war der Erste, der Ginjinha in Lissabon herstellte und ausschenkte. Einen ähnlichen Kirschlikör kannte man in Portugal bereits seit Jahrhunderten, allerdings war er ausschließlich der Oberschicht vorbehalten. Die Herstellung war damals aufwendig und kostspielig, da die Kirschen direkt fermentiert wurden.
Ein Mönch der Igreja de Santo Antonio empfahl Espinheira, einen ähnlichen Likör herzustellen, indem er die Kirschen mit Branntwein aufgoss. Den scharfen Geschmack des Alkohols könne man mit Zucker und Zimt abmildern. Diese neue Herstellungsmethode reduzierte Zeit und Kosten erheblich und wurde in Lissabon auf Anhieb ein großer Erfolg.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Kindern häufig ein kleiner Schluck als Heilmittel für leichte Beschwerden verabreicht (oft auch, damit sie besser einschliefen!). Besonders die ältere Generation denkt heute noch mit einer gewissen Nostalgie an diese Zeit zurück.
Ein Porträt von Espinheira schmückt die Bar.
Kurz nach Espinheira eröffneten zwei weitere Ginjinha-Brennereien in Lissabon. Deren Bars befinden sich auch heute noch in unmittelbarer Nähe zur „A Ginjinha". Direkt gegenüber liegt die „Ginjinha Sem Rival" (übersetzt: Ginjinha ohne Konkurrenz), die 1890 eröffnet wurde. Ein Stück weiter in der Rua de Barros Queirós finden Sie die Bar „Ginjinha Rubi" aus dem Jahr 1931. Alle drei Bars servieren ihre eigene Version des Likörs und bestechen durch ihre kleine, gemütliche Atmosphäre.
Ginja de Óbidos ist ein vergleichbarer Likör aus der malerischen Stadt Óbidos, der in ganz Portugal vertrieben wird.
Unser Tipp: Gönnen Sie sich in Lissabon ein Glas des traditionellen Likörs in einer der historischen Bars. Für zu Hause können Sie dann eine Flasche Ginja de Óbidos als Souvenir erwerben.
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Über diesen Reiseführer Mein Name ist Philip Giddings. Ich lebe gemeinsam mit meiner portugiesischen Frau Carla im Stadtviertel Graça. Ihre Familie besteht aus waschechten „Lisboetas", die seit vielen Generationen hier verwurzelt sind. Seit 2001 bereise ich Portugal und seit 2009 verfasse ich die unabhängigen Reiseführer auf LisbonLisboaPortugal.com. Mittlerweile widme ich mich dieser Website in Vollzeit. Carla nahm mich bereits auf einer meiner ersten Reisen mit nach Lissabon, und auch fünfundzwanzig Jahre später erkunden wir die Stadt noch immer gemeinsam zu Fuß: Wir verbringen die Sommer an den vollen Stränden, genießen ruhige Samstage auf der „Feira da Ladra" und begeben uns auf die Suche nach einer Heizung für unsere Wohnung, sobald der kühle Winter Einzug hält.
Auf dieser Website finden Sie 189 Reiseführer über Lissabon. Ich nehme keine Zahlungen von Tourismusverbänden, Reiseveranstaltern oder Sehenswürdigkeiten dafür entgegen, dass diese in meine Artikel aufgenommen werden. Das Projekt finanziert sich durch Affiliate-Provisionen bei Tour-Buchungen, was auf jeder Seite, die solche Links enthält, transparent offengelegt wird. Jedes praktische Detail (Ticketpreise, Öffnungszeiten, Buslinien, Regelungen zu Zeitfenstern) wird anhand offizieller Quellen geprüft und von mir persönlich bei meinen wöchentlichen Rundgängen durch die Stadt verifiziert. Hier können Sie die ganze Geschichte lesen.